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"Sorgloser Betrieb möglich" TA 18.12.2000

45 000 Besucher kamen im dritten Betriebsjahr in die Trendsporthalle. Der
Geschäftsleiter will trotzdem aufhören. 

Am Sonntag dominierten auf dem Winterthurer Sulzer-Areal die jungen Wilden mit
ihren rollenden Brettern: Rund 90 Skateboarder aus nah und fern stellten im "Block
37" ihr Können in den beiden Disziplinen Street und Miniramp unter Beweis. Der gut
besuchte Wettbewerb war Teil eines Jubiläumsanlasses: Die Trendsporthalle feierte
übers Wochenende den dritten Geburtstag. Dass gerade die Skater ihren grossen
Auftritt hatten, war kein Zufall: Die Sportart lockt zusammen mit dem Inlineskating
am meisten Besucher in die ehemalige Fabrikhalle. 

Laut Geschäftsleiter Roland Wittmann wollten im dritten Betriebsjahr rund 45 000
Leute skaten, klettern oder Beachvolleyball spielen. Neben dem Sportangebot
finden in der Halle auch externe Anlässe wie die Musikfestwochen oder
Afro-Pfingsten statt. "Wir sind zwar finanziell immer noch nicht auf Rosen
gebettet", sagt Wittmann. Aber ein sorgloser Betrieb sei mittlerweile möglich. Das
Budget von 700 000 Franken wird durch Eintritte, Fremdvermietungen und
Sponsorenbeiträge erwirtschaftet. Die Stadt stellt die Einrichtung gratis zur
Verfügung. 

Im kommenden Jahr muss sich Wittmann konkrete Gedanken über die Zukunft
des "Block 37" machen: Die "Winterthur"-Versicherungen wollen das Areal ab Ende
2002 mit Wohnungen und Gewerberäumen überbauen. Dies ist aber nicht das
einzige Problem für den Betriebsverein: Wittmann, der eigentlich Sportlehrer ist
und als Vater des "Block 37" gilt, will Ende 2001 aufhören und sich nach einer
neuen Herausforderung umsehen. (mö)


Sturz von Kletterwand im Block 37 TA 1.11.2000

Statt ins Seil fiel ein erfahrener 57-jähriger Alpinist in der Winterthurer Trendsporthalle auf den Boden. Er verstarb drei Wochen später.

Der von Kantonspolizei und Bezirksanwaltschaft nicht publik gemachte Unfall hat sich bereits am 2. Oktober ereignet. Der Bergsportler, ein erfahrener SAC-Tourenleiter, war abends am Trainieren in der Kletterwand der Trendsporthalle, als er nach Angaben von Kantonspolizeisprecher Martin Sorg aus sieben bis acht Metern in die Tiefe stürzte und auf dem Boden aufschlug. Dabei zog er sich unter anderem schwere Kopfverletzungen zu. Er wurde ins Spital eingeliefert und schien zunächst nicht in Lebensgefahr zu sein. Am 20. Oktober verstarb er.

Bezirksanwaltschaft untersucht
Der Kletterer war laut Sorg mit dem Seil gesichert und nicht alleine in der Wand. Weshalb die Sicherung nicht funktionierte, ist Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung, die der Winterthurer Bezirksanwalt Eduard Fischbacher führt. Fischbacher ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und wird dabei abklären müssen, wer den Kletterer gesichert hat und ob dies fachgerecht geschehen ist. Der Bezirksanwalt konnte gestern Dienstag dazu noch keine weiteren Angaben machen. Einen Materialfehler allerdings schliesst er als Unfallursache aus.

Wand ist in Ordnung
Es ist dies der erste schwere Unfall im 1997 eröffneten Block 37. Geschäftsführer Roland Wittmann sprach auf Anfrage von einer "Verkettung von unglücklichen Umständen". Die Kletterwand habe keine technischen Mängel. "Ein solches Unglück kann in jedem Klettergarten passieren", sagte er. Die Kletterer tragen in der Halle keine Helme. Wittmann betonte, auf die Sicherheit werde grosser Wert gelegt: Der Block 37 sei die einzige Halle der Schweiz, die für den Rollerpark gratis Helme abgebe, und in der Halfpipe werde das Helmobligatorium durchgesetzt. (klr)


Gute Musik, aber zu wenig Publikum TA 20.8.2000

Rapper Samy Deluxe begeisterte an den Musikfestwochen im "Block 37" die jungen Hip-Hop-Fans - mit fetten Beats und losem Mundwerk. Der Start zu den Winterthurer Musikfestwochen ist zwiespältig ausgefallen. Trotzdem freuen sich die Organisatoren: Der Kanton zahlt 120 000 Franken.

Autor: Von Andreas Mösli

"Yo, Winterthur! Seid ihr gut drauf?", ruft Rapper Samy Deluxe zu Beginn seines Auftritts am Samstag im "Block 37" in die Menge und macht genretypische
Handbewegungen. Klar, Mann! Das junge Publikum lässt sich das nicht zweimal fragen, johlt begeistert und wippt mit erhobenen Armen zu den Hip-Hop-Beats und den fetten Bässen von DJ Dynamite. Und während der Plattenleger mit sicherem Gespür fürs Rhythmische die Beats und Bässe durch die alte Fabrikhalle treibt, reimt sich der junge Mann mit dem losen Mundwerk und dem verkifften Blick die Seele vom Leib, als hätte ihm der liebe Gott nur noch eine Stunde Zeit zum Reden gegeben.

Mit seiner geballten Reimkraft war die Hamburger Hip-Hop-Crew Dynamite Deluxe klar der musikalische Höhepunkt des ersten Wochenendes der 25. Musikfestwochen (MFW). Doch auch das restliche Programm kam gut an - dabei zeigten Wrecked Mob, Blixx 'n' Leggs und GleisZwei, dass sich die Schweizer Hip-Hop-Szene nicht zu verstecken braucht.

Auch nicht verborgen blieben bei den ausführlichen Kontrollen am Eingang zur Trendsporthalle unerwünschte Begleiter einiger Hip-Hop-Anhänger: Neben Regenschirmen, Gettoblastern und Kameras zogen die Türsteher auch Utensilien wie Spraydosen, Schmetterlingsmesser und Stellmesser ein. Die Stimmung am Konzert war aber ausgesprochen friedlich. Und für die Veranstalter dürfte der Abend mit 1000 Eintritten auch finanziell aufgegangen sein, wie MFW-Präsident Pascal Mettler sagte.

Nur 300 Leute an der Eröffnung

Weniger zufrieden war Mettler mit dem Eröffnungsabend am Freitag: Nur gerade 300 Personen kamen an die Wave-Nacht im "Block 37" - viel zu wenig, um zwischen altem Fabrikgemäuer und Skateboardrampen eine tragende Stimmung zu erzeugen, viel zu wenig auch, um die Kosten einzuspielen. Die magere Zuschauerkulisse liess eine Konzertbesucherin zur Bemerkung hinreissen: "Typisch Winti. Wenig Leute, aber es ist ganz nett hier."

Stimmt. Denn es hat durchaus einiges zu hören und zu sehen gegeben: Etwa die Zürcher Gruppe Cell Division, deren Sängerin und düsteren Gitarrenklänge an Siouxsie and the Banshees erinnert. Oder das deutsche Trio Beborn Beton, das mit seiner Musik stark an die Anfangszeiten von Depeche Mode anknüpft und wohl
auch deshalb für gute Laune im Publikum sorgte. Oder De/Vision aus Deutschland, deren elektronische Popmusik in Winterthur rockiger klang als es ihre aktuelle
Platte erahnen liess.

Höhepunkt der Eröffnungsnacht war aber ein Produkt aus dem MFW-Jubiläumsprojekt "Herzblut": In einer Umbaupause zwischen zwei Bands fing es im hinteren, düsteren Teil der Halle plötzlich an zu hämmern und knistern. Zwischen Fackeln, Feuerwerken und Arbeitern mit Schweissbrennern und Schutzmasken bearbeiteten Perkussionisten grosse, aufgehängte Trommeln. Es war der Big Bongo Clan aus Zürich, der für Verblüffung sorgte und in der ehemaligen Fabrikhalle für einen Augenblick nochmals Industrie-Stimmung aufkommen liess. Am Big Bongo Clan beteiligt sind neben verschiedenen Perkussionisten das Arbeitsprojekt Dynamo und eine Schule für chinesische Kampfkunst.

Warum aber das Desinteresse des Publikums? Waren es die grossen Namen der Wave-Szene, die gefehlt haben? Oder die 36 Franken für den Eintritt, die dem angebotsverwöhnten Konsumenten für eine musikalische Entdeckungsreise zu viel waren? Darüber darf spekuliert werden.

Tatsache ist: Der MFW-Vorstand hat es nicht leicht. Alle erwarten ein finanziell erfolgreiches Festival, damit der von der Stadt mit jährlich 210 000 Franken subventionierte Verein endlich seinen Schuldenberg von über 200 000 Franken abtragen kann. Gleichzeitig verlangt das potenzielle Publikum ein interessantes, vielseitiges Programm. Kommt hinzu: In Winterthur redet man über die MFW wie über Fussball. Jeder weiss am besten, wasfür "unsere Musikfestwochen" das Richtige wäre.

Geldsegen von Stadt und Kanton

Eine erfreuliche Nachricht haben die Festivalorganisatoren in den letzten Tagen erhalten: Laut MFW-Präsident Mettler zahlt der Kanton einen einmaligen Beitrag von 120 000 Franken für das Jubiläumsfestival. Dies wurde möglich, weil zuvor die Stadt Winterthur 25 000 Franken aus dem Rudolf-Friedrich-Fonds versprochen hat. Geld, das für die Sanierung des Vereins dringend benötigt wird.


Beruf: Skateboarder TA 4.7.2000

Seinen Beruf lernte er schon, als er noch zur Schule ging: Matt Beach, 22-jährig, aus Portland USA, ist seit sieben Jahren Skateboarder von Beruf. Zum Leben braucht der junge Mann ein Brett mit vier Rädern und ein paar Sponsoren, die ihm den Lohn bezahlen. Einer davon ist ein bekannter Sportartikelhersteller, der nun auch die Winterthurer Trendsporthalle Block 37 unterstützt - damit die Jugendlichen den "Weg zur richtigen Marke finden", wie der Marketingmann das Engagement seiner Firma begründete. Der Sponsor zahlt dem "Block" die nächsten zwei Jahre einen fünfstelligen Betrag. Zur Feier des Vertragsabschlusses flogen Szenenstar Matt Beach und drei andere US-Profis gestern Montag über die Rampen und Hindernisse in der Halle auf dem Sulzer-Areal. (niw)


Auch ohne Stars ein Erfolg TA 13.6.2000

Viel Sonne, viel Publikum: Mit einem bunten Programm brachten die Afro-Pfingsten einen Hauch von Afrika nach Winterthur. Festivalmacher Daniel Bühler hat Pläne für die Zukunft.

 Von Andreas Mösli

Montagnachmittag im Block 37 auf dem Sulzer-Areal. In der Trendsporthalle herrscht ausgelassene Stimmung. Wo für gewöhnlich Skater über die Halfpipes brettern und Buben und Mädchen mit viel Geschick die steilen Wände hochkraxeln, tanzen über 1000 Frauen, Männer und Kinder zum Mandingo-Swing der Super Rail Band aus Mali. Auf dem Vorplatz zwischen den alten Fabrikhallen lacht nicht nur die Sonne, die Kokosnussbällchen sind süss, das Gemüse frittiert und der Fruchtsalat exotisch.

Ähnlich ging es am Freitag und Samstag auch in der Altstadt zu und her, als sich einige Tausend Menschen auf der Steinberggasse und Metzggasse zwischen den etwa 100 Ständen des Weltbasars hindurch drängten, wo es neben allerlei afrikanischen Souvenirs und Esswaren auch westliches Magenbrot, Pokémon-Shirts und Esoterikzubehör zu kaufen gab.

Unbekannte Künstler fördern

Europa trifft Afrika. Zumindest in Festivalform eine Erfolgsgeschichte. Organisator Daniel Bühler zeigt sich denn auch "sehr zufrieden" mit der 11. Ausgabe der Afro-Pfingsten. Obwohl die Festivalrechnung erst in den nächsten Wochen bereinigt sein wird, rechnet er mit schwarzen Zahlen. An den beiden Konzertabenden vom Freitag und Samstag war die umfunktionierte Trendsporthalle laut Bühler mit je 1500 Leuten so voll, wie es die Feuerpolizei erlaubt hatte. Am Eröffnungsabend am Donnerstag - als an verschiedenen Orten der Stadt gespielt wurde - kamen 800 Personen in den Block 37 und einige Hundert ins Salzhaus, am Sonntag- und Montagmorgen besuchten je 500 den Gottesdienst und die Jazzmatinee.

Erfreut ist Bühler auch deshalb, weil das Publikum an die Afro-Pfingsten gekommen ist, obwohl keine teuren Superstars auf dem Programm standen. "Wir wollen unabhängig sein von prominenten Namen und den Leuten auch unbekannte Künstler präsentieren." Tatsächlich spielte ein Drittel der aufgetretenen Musikgruppen zum ersten Mal in der Schweiz.

Konzerte, Workshops, Basar, Ausstellungen, Vorträge und Kinovorstellungen: Die Afro-Pfingsten sind in den letzten  Jahren zu einem Grossanlass herangewachsen. Ob das Festival weiter wachsen wird, ist laut Bühler noch offen. Das hat zum Einen mit den Finanzen zu tun: Das Budget beträgt mittlerweile 700 000 Franken, davon deckt die Stadt Winterthur 35 000 Franken und die Bundesdirektion für Entwicklung und Zusammenarbeit 60 000 Franken. "Wir befinden uns immer noch auf einer Gratwanderung", umschreibt Bühler die Situation. Sein Ziel ist es deshalb, mit der Stadt einen Subventionsvertrag auszuhandeln - "damit wir nicht jedes Jahr wieder bei null anfangen müssen", wie Bühler sagt.

Neue Leute gesucht

Neben langfristigen Finanzquellen sucht der Festivalgründer und Macher aber auch noch mehr Leute für das Organisationskomitee. Er selber wolle sich teilweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen, um sich neuen Bereichen rund um die Afro-Pfingsten widmen zu können. Beispielsweise dem Sport. Schon vor zwei Jahren sprach Bühler von einem grossen Fussballturnier auf der Schützenwiese mit afrikanischen und schweizerischen Mannschaften. Bühler: "Die Idee ist noch nicht gestorben."


Der Block 37 ist über den Berg TA 18.4.2000

Dank Geld von der Stadt und guten Besucherzahlen hat die Trendsporthalle in ihrem dritten Betriebsjahr den Finanzengpass überwunden.

Von Martin Gmür

Inklusive Veranstaltungen wie Afro-Pfingsten, Musikfestwochen und Partys hat der Block 37 im letzten Jahr rund 70 000 Eintritte gezählt, etwas mehr als im ersten Betriebsjahr. Das ursprüngliche Ziel lag 10 000 höher. Für das laufende Jahr rechnet Geschäftsleiter Roland Wittmann nochmals mit deutlich mehr Besuchern, die aufs Sulzer-Areal kommen. Vor allem kleinere Firmen- und Vereinsanlässe würden immer häufiger im Block durchgeführt, sagt Wittmann.

60 000 Franken von der Stadt

Trotz guten Besucherzahlen und einem städtischen Startbeitrag von 100 000 Franken beklagte die Trendsporthalle im letzten Jahr einen Liquiditätsengpass. Inzwischen hat Wittmann die Personalkosten reduziert und weitere 60 000 Franken via Budget vom Sportamt der Stadt Winterthur erhalten. "Ein einmaliger Beitrag, der die Liquiditätsprobleme lösen hilft und der die sportliche und soziokulturelle Bedeutung des Blocks würdigt", sagt Sportamtschef Urs Wunderlin, der als Vertreter der Stadt auch im Vorstand des Trägervereins sitzt. Anträge um Unterstützung aus dem Rudolf-Friedrich-Fonds oder aus dem Budget für Quartierkultur hatte der Stadtrat abgelehnt und das Sportamt für zuständig erklärt.

Mietvertrag nur bis Ende 2002

In den nächsten Tagen erwartet Geschäftsleiter Wittmann zudem den Abschluss eines wichtigen Sponsorvertrags: "Er bringt uns zwar nicht die Hälfte des 700
000-Franken-Budgets, aber einen namhaften Beitrag". Ausgaben und Einnahmen seien jetzt im Lot und die Liquidität intakt: "Damit kommen wir dieses Jahr nahe an die volle Kostendeckung. Sportamtschef Urs Wunderlin teilt diese optimistische Einschätzung: "Es sieht so aus, dass der Block über den Berg ist."

Der fünfjährige Mietvertrag mit Sulzer läuft bis Ende 2002. Was dann aus dem Skaterpark, der Kletterwand, dem Beachvolleyballfeld und den anderen mobilen Einrichtungen wird, ist nicht klar. Sulzer plant am jetzigen Standort Wohnungen.

70 000 Skaterinnen, Kletterer, Beachvolleyballerinnen und Partygäste zählte die Winterthurer Trendsporthalle Block 37 im letzten Jahr.


Jubiläumsparty im Block 37 TA 26.11.1999

Die Trendsporthalle auf dem Sulzer-Areal wird immer häufiger auch für Firmenanlässe, Shows, Konzerte und Theater genutzt. Dies hat den Block 37 laut einer Medienmitteilung "aus dem finanziellen Engpass" geführt. Der Block zählt nach Angaben von Geschäftsführer Roland Wittmann pro Jahr etwa 45 000 Eintritte mit
Sportpass-Tickets (leicht steigende Tendenz) sowie 25 000 Besucher anderer Veranstaltungen. Die Hallenbetreiber haben überdies den Personaleinsatz neu organisiert, die Eintrittspreise im Sommer nochmals angehoben, neue Sponsoren akquiriert und der Stadt ein Beitragsgesuch eingereicht. Zu seinem zweijährigen
Bestehen lädt der Block 37 am 4. Dezember zu einer Party mit prominenten Gästen und einem Eintrittspreis von zwei Franken.


Die Idee, die aus den Bergen kam TA 10.9.1998

In Skiregionen ist der Sportpass von Arosa bis nach Salt Lake City bekannt. Auch in Winterthur hat die Chipkarte Erfolg - sie soll künftig noch mehr Türen und Tore öffnen.

Autor: Von Christa Schudel

Urs Wunderlin, Chef des Sportamtes, brachte die Idee der multifunktionellen Eintrittskarte aus den Bergen mit, genauer aus Flims, wo er vor seinem Amtsantritt in Winterthur das Sportzentrum leitete. Wieso sollte das kundenfreundliche Ski-Data-System, das aus den Wintersport- und Kurorten der ganzen Welt nicht mehr wegzudenken ist, nicht auch auf eine Stadt übertragbar sein?

Wunderlin kam, realisierte und sah, dass es funktionierte: Winterthur hat seit vier Jahren als einzige Stadt in der Schweiz einen Sportpass. Und dies mit grossem Erfolg. Immer mehr Sportanlagen werden mit dem kompatiblen Code versehen: Zum Hallenbad Geiselweid und den Freibädern gesellten sich die Saunen, die Kunsteisbahn Zelgli, der Tennisplatz Deutweg und schliesslich der Block 37. Mittlerweile mischen auch fünf private Fitnesscenterbetreiber und teilweise auch die öffentlichen Verkehrsbetriebe im Pool mit.

Keine Vergünstigung für Pensionäre

Die Idee schlug auch bei der Kundschaft ein: Im vergangenen Jahr kauften 13 500 Bewegungsfreudige das kleine Plastikding im Kreditkartenformat. Der Sportpass ist in vier verschiedenen Kombinationsarten und mit unterschiedlicher Gültigkeitsdauer - von einem Monat bis zu einem Jahr - erhältlich. Die Drehkreuze an den Eingängen der Winterthurer Sportanlagen drehten sich 1997 insgesamt 630 000mal - davon 330 000mal für Sportpassbesitzerinnen und -besitzer.

Inzwischen gibt es auch einen Familiensportpass - mitgemeint sind auch Konkubinatspaare und Alleinerziehende. Auch Jugendliche erhalten den Sportpass zu einem günstigeren Preis. Für Rentnerinnen und Rentner hält das Sportamt allerdings keine Verbilligungen bereit, was nicht immer auf Verständnis stösst. Stefan Schötzau, seit einem Jahr Winterthurs Sportförderer, ist aber überzeugt, dass diese Preispolitik legitim ist: "Wir glauben, dass vor allem Familien und Jugendliche im Ausbildungsalter Vergünstigungen nötig haben. Wer genügend Zeit hat, den Sportpass auszunützen, für den ist er ein äusserst attraktives Angebot."

"Idee ist beliebig ausbaubar"

Der Winterthurer Sportpass lässt sich seit zwei Jahren auch ums Handgelenk schnallen. Die wasserdichte Plastikuhr Swatch Access ist mit einem Microchip versehen, auf dem der persönliche Sportpass gespeichert werden kann. Und nicht nur der. Auf die High-Tech-Uhr lassen sich die Tages- und Wochenskikarten vom Alpachtal in Österreich bis zum amerikanischen Salt Lake City laden. Inmitten der klangvollen und internationalen Aufzählung von Wintersportorten nimmt sich die Stadt Winterthur auf der umfangreichen Swatch-Access-Liste ziemlich seltsam aus.

Dass nicht längst auch andere Städte nach dem Ski-Data-System funktionieren, liegt für Urs Wunderlin daran, dass es ihnen einerseits wohl am Mut fehlt und andererseits an der verzettelten Organisation ihrer Institutionen und Anlagen.

Winterthur hingegen ist noch lange nicht am Ende seiner Sportpassvisionen: "Die Idee ist beliebig ausbaubar", ist Wunderlin überzeugt. Als nächstes wird mit den Schwimmbädern der umliegenden Gemeinden verhandelt. Denkbar ist für ihn auch eine artfremde Nutzung, wie etwa die Einbindung des Technoramas oder kultureller Institutionen.


Volle Pulle ran im "Block 37" TA 12.8.1997

Vor allem Männer scheint das Angebot in der neuen Trendsporthalle anzusprechen.

Was bis vor kurzem noch pure Vision war, ist jetzt Tatsache: Die Trendsporthalle "Block 37" auf dem Sulzer-Areal in Winterthur ist übers Wochenende mit kulturellen und sportlichen Einlagen eingeweiht worden (TA vom 28. November). Hunderte von Neugierigen kamen, um sich die kulturellen und sportlichen Einlagen anzuschauen oder sich gleich in den Trendsportarten Skateboarding, Inline, Beachvolleyball, Indoor-Golf, Klettern, Streetball oder Frisbee-DiscGolf zu versuchen. Die Halle ist mit 4500 Quadratmetern die grösste ihrer Art in Europa. Der Trägerverein des Non-profit-Projekts erwartet jährlich 80 000 Besucher und Besucherinnen. Falls der Trend vom Wochenende anhalten sollte, wird das weibliche Publikum im "Block 37" eine klare Minderheit bilden.

Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-24 Uhr, So 10-22 Uhr